Gruß an die deutsche Trachtenfamilie zum Osterfest 2021

Liebe Trachtenfreundinnen und Trachtenfreunde,
Hallo, all Ihr Menschen, die das Lebensgefühl Tracht im Herzen tragen,

es gibt zwölf Dinge, die mir sofort zum Osterfest einfallen, die einfach dazu gehören zu diesem großartigen Fest im Jahresverlauf. Der Deutsche Trachtenverband und alle seine Mitglieder tun gut daran, sich zu Ostern auf all die schönen Dinge zu besinnen, auch wenn sie in diesem Jahr vielleicht noch einmal ganz anders gesehen werden. Es ist nicht klar, ob der traditionelle Osterritt auf festlich geschmückten Pferden eine Prozession anführen darf, sicher wird kein Osterfeuer in den Dörfern brennen, um all die Sorgen des letzten Jahres zu vergessen und auch die in der Mitte des 20.Jahrhunderts aufkommenden Ostermärsche für den Frieden werden nicht durch die Straßen ziehen.

Ostern 2021 ist Ostern mit 20 Dezimeter und 21 Zentimeter Abstand!

Wenn wir auf 3 Osterbräuche verzichten müssen, gibt es doch neun Traditionen, die wir mit Abstand gesehen, das Osterfest richtig schönmachen. So lädt uns die Natur zum Osterspaziergang ein, um den Osterhasen bei seiner Arbeit zuzuschauen, einige von Euch auf dem Lande werden einen Blick auf einen Bauernhof werfen, wo in dieser Zeit die Osterlämmchen zur Welt kommen. Manche Eltern stromern in aller Frühe an die versteckten Quellen der Dörfer, um das Osterwasser zu holen, mit dem sie ihren Kindern in der Taufe zum Ostergottesdienst, die Heimatverbundenheit schenken. Das Licht der Osternacht durch eine Osterkerze mit nach Hause zu nehmen, verbindet uns in Gedanken mit den Menschen in der ganzen Welt. Und dann im festlich geschmückten zu Hause zieht es durch alle Räume und die Kinder rufen „Oh, es riecht gut“. Nun ran und gemeinsam mit den Jüngsten leckere Oster-Bäckereien mit Osterzöpfen und Osterplätzchen verzieren. Jetzt ist die Zeit, um dem Herzen Luft zu machen und Ostergrüße zu versenden, am liebsten mit Motiven aus „Der Häschenschule“ von Fritz Koch-Gotha. in alle Welt zu senden und sich am Ende des Tages Zeit zu nehmen, um das Oster-Ei selbst zu bemalen, bunt zu gestalten und liebevoll zu verstecken.

Was gibt es auf dieser Welt nicht alles für kunstvolle Ostereier. Ich habe in meiner Sammlung im Gothaer Rathaus ein Straußenei, darauf geritzt das Wohnzimmer der Stadt, daneben ein bemaltes Ei mit wunderschönen gemalten Bildern der Stadt. Die Thüringer basteln so gerne ihre Binseneier. Das Jahr 2021 lässt uns Zeit unsere Brunnen kunstvoll mit Ostereiern zu verzieren, jedem blühenden Strauch ein Osterei anzuhängen und nicht vergessen es abzunehmen, wenn die Blätter sprießen.

Das Jahr 2021 wird die deutsche Trachtenfamilie erneut fordern, auf so vieles, was uns wichtig ist zu verzichten. Vor Herbst 2021 wird keine Normalität einkehren. Wir brauchen alle geprüften Impfstoffe, egal, welchen Namen sie tragen, gut müssen sie sein und schnell wirken. Uns werden keine Tests erlösen, diese werden nur feststellen, ob wir die Krankheit schon oder noch vor uns haben. Wie eine Grippe, nur viel gefährlicher, versperrt uns die Corona-Pandemie den Weg in die Trachten, um uns mit Freunden zu treffen. Ich weiß, unsere Trachtenfamilie hat viel Verständnis für so viele schwierige Entscheidungen, aber, manches können selbst wir nicht verstehen. Jeder Probenraum für Tanz, Musik, Gesang und Mundart ist geschlossen, doch nirgendwo wird so viel zwischen den Regalen rumgetanzt, mit Worten in dutzenden Dialekten gestikuliert und sich unkontrolliert ohne Abstand versammelt wie im Supermarkt. Die Supermärkte Deutschlands sind die neuen Kulturzentren. Hier trifft Omi den Enkel, hier kann ich meinem Freund begegnen, den ich dank „Home-Schooling“ nicht mehr treffen darf. Diejenigen, die Abstand halten, fühlen sich allein gelassen und vergessen.

Das ist bei uns nicht so, bei uns ist jeder, der sich für die Deutsche Trachtenfamilie engagiert, in der Mitte der Gesellschaft und kann auf Freunde bauen. Ich werbe dafür, nutzt das Osterfest um Euch Oster-Worte zu senden, greift zum Telefon, stellt euch unters Fenster und sprecht miteinander. Nur ein Wort, das nicht gesprochen, ist ein falsches Wort.

Lasst Euch im Frühjahr 2021 nicht aus der Bahn werfen. Ich bin optimistisch, dass wir Deutschen es schaffen, denn den größten Abstand aller Zeiten, den haben wir schon überwunden. Denkt daran: Es waren 28 Jahre, 2 Monate und 26 Tage haben wir auf die Deutsche Einheit gewartet und heute kann sich kaum noch einer erinnern, dass es einst für eine so lange Zeit die Menschen durch eine Mauer auf Abstand gehalten worden sind. Mauer und Stacheldraht konnten uns nicht für immer teilen, so werden es auch diese und weitere Pandemien nicht schaffen.

Lasst uns 2021 hoffnungsvoll beTRACHTen, das wünscht Euch zum Osterfest
Euer

Knut Kreuch
Präsident des Deutschen Trachtenverbandes

dtvostergrus2021.pdf

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